Geistige Aspekte - Spiritualität
Was sind Körper, Geist und Seele? (Dieter Lüscher, Inhaber Kampfsportschule Aarau)Die Kampfsportschule Aarau unterrichtet traditionelles, klassisches Karate (und nicht Wettkampf- oder Sportkarate) und möchte dadurch zu Harmonie von Körper, Geist und Seele jedes einzelnen Teilnehmers beitragen. Körper, Geist und Seele: sind dies nur Schlagwörter, wie Sie häufig in der Werbung verwendet werden? In der heutigen Zeit ist zunehmend - sei es in der Werbung, in den Medien oder in persönlichen Gesprächen - von Harmonie von Körper, Geist und Seele oder von Körper und Geist die Rede. Medikamente, Kuren, Getränke, Therapien, Kurse, Nahrungsmittel etc. werden nicht selten zu teuren Preisen angepriesen und versprechen häufig positive Wirkungen auf Körper, Geist und Seele oder auf Körper und Geist. Bedauerlichweise wissen die wenigsten, was Geist und Seele sind. Gibt es überhaupt einen Geist und eine Seele? Wenn ja, was ist damit gemeint? Hat der Mensch eine Seele? Wenn ja, wie sieht die Seele aus? In allen Mysterien findet sich die Aufteilung des Menschen in eine dreifache Natur: Geist, Seele und Körper. So ist das Wissen um höhere Ebenen des Menschseins uralt und findet sich in allen alten Hochkulturen wieder. Shankara (Shankarascharya), einer der bedeutendsten Philosophen des alten Indien, schreibt z.B.: "Der Mensch ist mehr als sein Schatten." Jahrhunderte später fand der berühmte Arzt Paracelsus ähnliche Worte. Er sagte, dass sich bei richtiger Betrachtung der Natur zeige, dass es noch eine andere Seite des Menschen gäbe: Der Mensch bestehe nicht nur aus Fleisch und Blut, sondern auch aus einem Körper, der für unser normales Auge nicht sichtbar sei. Der christliche Mystiker Jakob Böhme wählte eine drastischere Ausdrucksform, um seine Zeitgenossen über ihre einseitig körperliche Bewusstheit hinauszuführen: "Nun tue die Augen auf und siehe dich selber an: Ein Mensch ist nach dem Gleichnis und aus der Kraft Gottes in seiner Dreiheit gemacht. Schaue deinen inwendigen Menschen an, so wirst du das hell und rein sehen, so du nicht ein Narr und unvernünftig Tier bist." Sind Sie Ihr Körper? Eine Frage, die die meisten Menschen vorbehaltlos mit Ja beantworten würden. So glauben die meisten Menschen, sich in ihrem nach aussen sichtbaren Körper selbst zu erkennen. Sie glauben, dass nach dem Sterben alles vorbei ist. Dies ist jedoch ein riesiger Irrtum. Wir sind nicht der Körper! Wer sind wir dann? Bruno Gröning (1906-1959), einer der grössten "Wunderheiler" und Phänomene unserer Zeit: "Der Mensch ist Geist." Braco (geb. 1967), der stille Heiler mit dem gebenden Blick ist einer der aussergewöhnlichsten Heiler unserer Zeit: "In dem Augenblick, in dem wir geboren werden, kommt unser Geist in eine Art Panzer, unseren physischen Körper, in dem er so lange bleibt, wie er gebraucht wird." Ramana Maharshi (1879 - 1950), einer der bedeutendsten spirituellen Meister Indiens: "Der Körper stirbt, aber der Geist, der ihn übersteigt, kann vom Tod nicht berührt werden. Das bedeutet, ich bin unsterblicher Geist." Selvarajan Yesudian, (1916-1998), Arzt, Yoga-Lehrer und Yoga-Pionier der Schweiz: "Der Mensch ist in Fleisch gekleideter Geist." Paramahansa Yogananda (1893 - 1952), einer der bedeutendsten spirituellen Meister Indiens: "Ihr seid unverletzbarer Geist. Ihr seid unsterbliche Wesen." Armin Risi (geb. 1962), Weisheitslehrer: ""Der Mensch ist Geistwesen." Jakob Lorber, christlicher Mystiker (1800-1864): "Dieser Geist ist der eigentliche, wahre und in sich schon ewige Mensch im Menschen, der sich nach Meiner ewigen Ordnung der Selbständigwerdung halber mit Seele und (stofflichem) Leib umkleidet und so in eine äusserlich beschauliche Form tritt." Emanuel Swedenborg (1688-1772), Naturforscher und Geisterseher: "Der Mensch ist seinem Inneren nach ein Geist." Der brasilianische Heiler Joao de Deus (auch unter dem Namen John of God bzw. João Teixeira da Faria bekannt), wird als einer der bedeutsamsten "Wunderheiler" bzw. Geistheiler der Gegenwart bezeichnet. Joao de Deus inkorporiert über 30 verschiedene Wesenheiten, die durch ihn hindurch wirken. Der Mensch ist in Wirklichkeit Geist, hat eine Seele und lebt für dieses Erdenleben in einem Körper.
Die Seele besitzt als geistige Substanz die gleiche Form wie der Körper. Die Hände der Seele befinden sich in den Händen des Leibes, ihre Füsse in den Leibesfüssen und so weiter. Als Beweis dafür, dass die Seele den ganzen Leib des Menschen einnimmt, sind die übereinstimmenden Aussagen von Menschen, denen Glieder (z.B. Bein oder Fuss) amputiert werden musste. Wenn diese Menschen gefragt werden, ob sie von den verlorenen Gliedern nie mehr etwas wahrnehmen, wird häufig berichtet, dass sie die Glieder trotzdem ab und zu spüren oder es kommt ihnen vor, als haben sie die Glieder nie verloren oder es treten Schmerzen an den nicht mehr vorhandenen Gliedern auf (sog. Phantomschmerzen). Der Körper ist also nicht das Wesentliche des Menschen, sondern nur die irdische Hülle für Geist und Seele. So ist mit dem Sterben des Körpers nicht alles vorbei, wie heutzutage viele Menschen glauben, sondern das Leben geht weiter. Es ist nicht an den Körper gebunden. Nur der Körper kann sterben, das wird "Tod" genannt. Aber in Wirklichkeit gibt es keinen Tod, weil Geist und Seele nie sterben. Es gibt keinen Tod! Beim irdischen Tod legen wir nur den Körper ab, Geist und Seele verlassen den Körper und das Leben geht im Jenseits weiter! Die Schweizer Ärztin Dr. Kübler-Ross bestätigt dies durch ihre Forschungen an Zehntausenden von Patienten, die klinisch bereits tot waren und doch wieder zum Leben zurückfanden. Viele fanden dadurch eine neue Lebensperspektive. Der Arzt Dr. Raymond Moody kam unabhängig von seiner Kollegin zu denselben Resultaten. Die Ergebnisse dieser beiden Wissenschaftler bestätigen nur ein altes Wissen, das schon seit jeher in den grossen, wahren Religionen der Menschheit gelebt hat und vom heutigen materialistischen Zeitgeist in den Bereich des frommen Märchens verbannt wurde. Beim "Sterben" lassen wir unseren Körper wie alle anderen "Besitztümer" hier auf der Erde zurück. Man nimmt nur mit, was man innerlich - nicht äusserlich oder materiell! - besitzt. Alle guten und schlechten Erfahrungen nehmen wir von hier mit ins Jenseits. Wohl dem, der sich auf dieses weitere, wirkliche Leben hier schon vorbereitet hat und im Erdenleben geistig an sich gearbeitet hat und seinen Lebensauftrag und seine Bestimmung gesucht und gefunden hat. Wie bitter ist es für die, die erst nach ihrem "Tode" erkennen müssen, wie weit sie von der Wirklichkeit entfernt gelebt haben, wie sehr sie ihr kostbares Leben verlebt, versäumt haben. Sind wir im Jenseits anders? Nein, wir sind genau der Gleiche, mit allen guten Eigenschaften, aber auch mit allen schlechten, nicht überwundenen Gewohnheiten - nur haben wir keinen Körper mehr. Die Prüfungen, die wir in unserem Erdenleben nicht geschafft haben, müssen nun im Jenseits oder in einem neuen Erdenleben bestanden werden. So ist es besser, schon jetzt seine Prüfungen zu erkennen und daran zu arbeiten! Der irdische Lebenswandel spielt für das weitere Schicksal eines Verstorbenen eine sehr grosse Rolle. Ein Mensch ist nach dem Tod so, wie sein Leben auf Erden war bzw. was seine Liebe (Grundneigung, Vorlieben etc.) oder sein Wille ausmacht. Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied, denn was der Mensch sät, wird er ernten. Unter den Taten werden jedoch nicht die verstanden, wie sie sich bloss in der äusseren Gestalt darstellen, sondern auch, wie sie in der inneren Form sind, d.h. mit welcher Absicht, Motiv oder Gedanken wurden Taten und Werke vollbracht. Sind diese Absichten, Motive und Gedanken negativ, so können gute Taten und Werke dennoch böse sein, obgleich sie in der äusseren Gestalt als die gleichen erscheinen! Es können tausend Menschen das Gleiche tun, so gleich, dass sie der äusseren Gestalt nach kaum unterscheidbar sind, und doch ist jede Tat von der anderen verschieden, weil sie aus verschiedenem Wollen hervorgehen. Es ist traurig, dass viele Selbstmörder - angekommen im Jenseits - auf bittere Art erkennen müssen, dass sie nicht "tot" sind. In der heutigen Zeit geben sich viele Menschen - gerade auch Jugendliche - auf, schliessen mit dem Leben ab und denken an Selbstmord. Nie darf der Mensch dies tun. Nie darf der Mensch sich aufgeben, da ihm dann nicht mehr geholfen werden kann. Es ist besser, mitten im Lebenskampf zu sterben, als seine Bemühungen aufzugeben, denn nach dem "Tod" kommen - wie oben beschrieben - die nicht bestandenen Prüfungen im Jenseits oder in einem neuen Erdenleben wieder - solange bis man sie bestehen kann. Das Erdenleben ist eine harte Prüfungs- und Erfahrungsschule. Doch es ist auch eine grosse Chance, auf dieser Erde - wo das Negative zugelassen ist - in kurzer Zeit sehr viel zu lernen, zu erfahren und geistig schnell zu wachsen. Dazu braucht es insbesondere Kraft, Wille und Kampfgeist, aber auch der im Gegensatz zum IQ** vernachlässigte EQ** und SQ**, welcher in einer traditionellen Kampfkunst wie Karate auch geschult wird - selbstverständlich nur unter einem Lehrer, der nicht nur das technische Können der Karate-Techniken, sondern auch diesbezüglich einschlägige Erfahrungen und Kenntnisse mitbringt. Da wir also nicht der Körper sind, wäre es dumm, wenn im Studium der traditionellen Kampfkünste nur der Körper angesprochen würde. Deshalb schulen alle traditionellen Kampfkünste Körper, Geist und Seele. Taisen Deshimaru-Roshi (1912-1982), einer der grössten Zen-Meister unserer Zeit: "Das wichtigste aber ist immer ,Shin', der Geist. Erst dann kommen Technik und Körper." Werner Lind, Karate-Meister, "Der Geistige Weg der Kampfkünste": "In der traditionellen Übungsauffassung, die die Mitte (Hara) als Ausgangspunkt jeder Bewegung betrachtet, ist die Einheit zwischen Körper und Geist entscheidend." Gichin Funakoshi, Begründer des Shotokan Karate, schreibt: "Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann." Koichi Tohei, Aikido- und Kiatsu-Meister: "Die Kraft des Geistes ist grenzenlos, die Kraft der Muskeln ist begrenzt." Der Körper hat stets das Bestreben, den Zustand des Geistes einzunehmen und zieht schrittweise übe die Seele nach: Geist - Seele - Körper. Deshalb muss insbesondere auch der Geist gestärkt werden. Obwohl mit dem Altern des Körpers nicht mehr alle Karate-Techniken in der gleichen Geschmeidigkeit, Kraft und Dynamik ausgeführt werden können, bleibt die traditionelle Kampfkunst ein Weg der Vervollkommnung. Gichin Funakoshi, Begründer des Shotokan Karate: "Das höchste Ziel im Karate ist nicht der Sieg oder die Niederlage, sondern die Vervollkommnung des menschlichen Charakters." Der Mensch, der seinen Lebenssinn darin sieht, körperliche Bedürfnisse zu befriedigen, sich durch seinen Verstand an eine dreidimensionale, materielle, sichtbare Welt binden lässt, wird der Vorstellung von höheren Ebenen des Menschseins verständnislos gegenüberstehen. Sein Menschsein ist auf seine körperliche Bewusstheit beschränkt. Verständnislos und vielleicht ablehnend oder sogar belächelnd wird er obigen Ausführungen gegenüberstehen. Wenn er willens ist, die Wahrheit zu suchen - und dazu ist traditionelles Karate auch ein Weg, da Karate über das rein technische Lernen von körperlichen Fertigkeiten weit hinaus geht - wird er es finden und wird durch die eigene Prüfung und Erfahrung dann nicht zum Glauben, sondern zur Überzeugung und zum Wissen gelangen. Bei den meisten Menschen ist es einfach nur die Angst, sich selbst ändern zu müssen, von Gewohnheiten abzulassen, die dazuführen, dass sie sich dem höheren Sein verschliessen. Es ist leicht, etwas Unerklärliches als Spinnerei abzutun und lieber weiterhin die Ungerechtigkeit der Welt zu beklagen, anstatt mit der Erneuerung der Welt in sich selbst zu beginnen. Platon, (427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph: "Ein Leben ohne Selbsterforschung ist nicht wert, gelebt zu werden." Konfuzius, (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph: "Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern." * Geistwesen: Der Begriff umfasst im Grunde alle personalen Wesen, denn sie alle haben eine Seele und einen unvergänglichen Geist. Sofern und solange sie auf einer materiellen Welt leben, besitzen sie zusätzlich noch einen materiellen Körper, den sie beim Tod, d.h. dem Übergang in die geistige Welt aber wieder ablegen müssen. Insofern sind auch irdische Menschen bereits "Geistwesen". ** IQ Intelligentsquotient, EQ = Emotionaler Quotient, SQ = Spiritueller Quotient Karate auch als innerer Weg. Das neue Bewusstsein (Dieter Lüscher, Inhaber Kampfsportschule Aarau) Karate wird heutzutage meist als äussere Kampfkunst ausgeübt. Traditionelles Karate in der ursprünglichen Art ist jedoch auch eine innere Kampfkunst, sofern es Übungen und Lehren der inneren Kampfkünste oder spirituellen Lehren beinhaltet. Der innere Weg, die inneren Kampfkünste, beinhalten auch die Praxis und das Studium des Unsichtbaren, des Geistes (z.B. Meditation, geistige Gesetze, Qi, Wille, Gedanken, Glauben, Gefühle usw.). Ähnlich wie in der Physik gibt es auch im Leben real wirksame geistige Gesetze, die ständig wirksam sind, egal ob sich der Mensch darüber bewusst ist oder daran glaubt (z.B. Gesetz der Resonanz). Buddha bezeichnete das Leid des Lebens als das, dass der Mensch ständig die Erfüllung ausserhalb von sich sucht, die er jedoch so nie dauerhaft finden kann. Man könnte diese Wahrheit von Buddha als den ewigen Kreislauf bezeichnen, denn nur in sich selber kann der Mensch die dauerhafte, zeitlose Erfüllung finden, nur in sich selbst kann er wahre, bedingunslose Liebe und Frieden empfinden. Dies wird jedoch nur dann möglich sein, sofern sich der Mensch von Identifikationen (Rollen, Gedanken, Gefühlen usw.) löst, die er nicht in der innersten Essenz ist (der Mensch ist unsterblicher Geist mit Seele). Das weltliche Leben bewegt sich meist auf der horizontalen Achse von Vergangenheit und Zukunft und selten in der vertikalen Achse der Tiefe des Jetzt, der Gegenwart. Da der jetzige Moment meist zum Mittel zum Zweck für ein zukünftiges Ziel wird, sind auch solche menschliche Beziehungen Mittel zum Zweck. Abgelenkt durch dieses Leben, das ja so wichtig zu scheinen scheint, suchen sich viele Menschen selten in ihrer Tiefe und erhalten häufig erst durch Leid oder Verlust Zugang zu ihrem innersten, wahren Sein. Erst dann wird erkannt, dass das, was immer so wichtig schien, in Wahrheit nicht wichtig war, und dass derjenige, der man zu sein schien, man gar nicht ist. Viele Weise lehren, dass die einzigen Feinde, die der Mensch hat, in sich selbst zu suchen sind. In einer höheren Betrachtungsweise gesehen, sind jedoch auch diese keine wirklichen Feinde, da sie uns auf unsere Schwachstellen und Fehler aufmerksam machen (ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft..). Das neue Bewusstsein Für jeden Karate-Ka, der den inneren Weg zu sich selbst gehen möchte, ist der Weg im hier und jetzt das Ziel. Dies führt schrittweise zu einer Veränderung der Wahrnehmung und des Bewusstseins. Durch das Beobachten und Annehmen der Realität, wie sie ist, erfährt der Karate-Ka immer mehr, dass alles FÜR ihn geschieht und nicht GEGEN ihn. Die tatsächliche Wirklichkeit ist stets freundlicher, als sie erscheint. Viele Menschen klagen, dass sie in Dauerstress sind und haben das Gefühl, dass die Zeit schneller läuft. Wissenschaftler haben bewiesen, dass dies auf der horizonalen Achse der weltlichen Betrachtung stimmt. Die Menschen werden in der jetzigen Zeit erstmals dazu gezwungen, ihr Bewusstsein zu erweitern, um weiterbestehen zu können. Die Bewusstseinserweiterung ist möglich durch die Erschliessung der vertikalen Achse des zeitlosen Ewigen. In diesem wahren Seins-Zustand erkennen wir uns selber. Gedanken, Gefühle,Taten - alles ist synchron. Auf dem Weg des Lebens sind und bleiben wir immer Schüler. Das illusorische Ich (Dieter Lüscher, Inhaber Kampfsportschule Aarau) Eckhart Tolle (DE) (geb. 1948), für viele Menschen der bedeutendste Weisheitslehrer der Gegenwart, unterscheidet zwischen dem illusorischen Gedanken-Ich (Verstand) und dem formlosen Ich (=Geist, siehe oben). Eckhart Tolle: "Das Wort "ich" verkörpert den grössten Irrtum und die tiefste Wahrheit, je nachdem, wie es verwendet wird. Bei herkömmlichem Gebrauch ist es zusammen mit den Ableitungen mir, mich und mein) eines der am häufigsten verwendeten Worte der Sprache und darüber hinaus eines der irreführendsten. Im normalen Alltagsgebrauch verkörpert das "Ich" den Urfehler, das falsche Bild, das man sich von sich selbst macht, ein trügerisches Identitätsgefühl...." Für Tolle ist das falsche Ich-Bild die grösste Illussion, die grösste Täuschung der Menschheit: "Während das Kind heranwächst, zieht der ursprüngliche Ich-Gedanke weitere Gedanken an: Es identifiziert sich mit seinem Geschlecht als Mädchen oder Junge, mit Besitz, mit dem durch die Sinne erfahrenen Körper, mit einer Nationalität, einer Rasse, einer Religion oder einem Beruf. Des Weiteren identifiziert sich das Ich mit Rollen - Mutter, Vater, Ehemann, Ehefrau usw , mit erworbenem Wissen, Meinungen, Vorlieben und Abneigungen, aber auch mit Dingen die "mir" in der Vergangenheit widerfahren sind und an die ich "mich" in Gedanken erinnere, sodass ein Gefühl von "ich und meine Geschichte" entsteht. Dies ist nur einiges von dem, woraus die Menschen ihr Identitätsgefühl beziehen. Dabei handelt es sich im Grunde bloss um Gedanken, die lose durch die Tatsache zusammengehalten werden, dass ihnen allein ein Ichgefühl zugeordnet wurde. Dieses mentale Konstrukt ist normalerweise gemeint, wenn wir "ich" sagen. Genauer gesagt: Die meiste Zeit sind wir es gar nicht, der spricht, wenn wir "ich" denken oder sagen, sondern es ist ein Aspekt dieses mentalen Konstrukts - des Egogeistes. Sobald wir erwachen, benutzen wir zwar noch das Wort "ich", aber dann kommt es aus einer ganz anderen Tiefe unseres Inneren." Die meisten Menschen identifizieren sich noch immer mit dem unaufhörlichen Strom der Gedanken, dem zwanghaften Denken, wovon das meiste sinnlose Wiederholungen sind. Ausserhalb ihrer gedanklichen Prozesse und der damit einhergehenden Emotionen gibt es kein Ich. Das ist mit spiritueller Unbewusstheit gemeint. Wenn den Leuten gesagt wird, dass unablässig eine Stimme in ihrem Kopf redet, sagen sie: "Was für eine Stimme?" und leugnen sie einfach ab, obwohl das natürlich die Stimme ist, der Denker, der unbeobachtete Verstand. Sie kann fast als ein Wesen betrachtet werden, das von ihnen Besitz ergriffen hat. "Fast immer, wenn der Mensch "Ich" sagt, bezieht er sich auf die Identifizierung mit der Form"... (Anmerkung: Gedankenformen (bsp. meine "Geschichte", meine Zukunft, meine Vergangenheit), Gefühlsformen, meine Vorlieben, meine Abneigungen, physische Formen (bsp. mein Körper etc. siebe oben). Eine Identifizierung mit negativen Formen kann Leid, Krankheit und Not verursachen, wobei eine dauerhafte Identifizierung mit Formen früher oder später Unzufriedenheit erzeugt. Unzufriedenheit deshalb, weil sich alle Formen ständig verändern oder auflösen und weil der Mensch in seinem Innern nach formlos (Geist) ist. Eine tiefe Erfüllung und Glück kann also im Leben nie dauerhaft in Formen gefunden werden, sondern nur im formlosen, in seinem innersten Selbst. Deshalb ist jeder Schritt wichtig, der uns zu uns selbst näher bringt. Eckhart Tolle: "Ich bin nicht meine Gedanken, Gefühle, Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen. Ich bin nicht das, was in meinem Leben geschieht. Ich bin Leben. Ich bin Raum, in dem alle Dinge geschehen. Ich bin Bewusstsein. Ich bin das Jetzt. Ich Bin." Gedanken sind geistige Kräfte (Dieter Lüscher, Schulleiter Kampfsportschule Aarau)Budo-Wege (Budo = Kampfkunst) gibt es viele, doch sie haben alle das gleiche Ziel: sie lehren den Menschen, seine eigenen inneren Zusammenhänge zu verstehen und sich durch Übung zu vervollkommnen. Man braucht die Technik als Mittel zur Übung, doch man muss auch den Geist vervollkommnen, denn durch falsches Denken verbaut man den Zugang zu Ki und somit auch die Möglichkeit jeder erweiterten Erkenntnisse. Alle Kampfkünste enthalten die Technik (Waza), den Geist (Shin) und die Energie (Ki) als zentrale Komponenten. Die Tatsache von der Macht des Geistes durch die Gedanken findet sich schon vor Jahrtausenden in den Lehren der Weisen aller Völker. Ob es Wissende des alten Indiens oder Chinas oder anderer Völker waren, alle erkannten in der Beherrschung und Führung der Gedanken zum Guten ein Schlüssel für innere Kraft, Gesundheit und geistige Entwicklung.Was sind Gedanken?Gedanken sind geistige Kräfte, Energien, äusserst feine Schwingungen, die sich durch den Äther bewegen. Kann der Mensch selbst Gedanken produzieren? Gemäss Bruno Gröning kann der Mensch nicht selbst Gedanken produzieren, er besitzt lediglich die Fähigkeit, sie aufzunehmen. Gröning: "Die Gedanken, die jede Sekunde in Ihrem Kopf herumschwirren, die sind nicht von Ihnen; die nehmen Sie nur auf, wie das Radiogerät die Rundfunksendungen aufnimmt. Sie selbst können bestimmen, ob Sie die guten oder bösen Gedanken, die gute oder böse Sendung empfangen wollen. Denn das, was Sie wollen, nehmen Sie auf und so sind auch Ihre Gedanken. Darum sage ich immer wieder: Der Mensch handelt nach seinem Willen – wie der Wille, so der Gedanke – der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat!Er forderte die Menschen auf, nur positive Gedanken aufzunehmen." Byron Katie: "Die meisten Menschen denken, sie seien das, was ihre Gedanken ihnen sagen. Eines Tages fiel mir auf, dass nicht ich atmete - ich wurde geatmet. Dann habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass nicht ich dachte - sondern dass ich in Wirklichkeit gedacht wurde und dass das Denken nicht persönlich ist." Die Wirkung der GedankenEin guter Gedanke ist in der gleichen Weise wie ein negativer Gedanke von einer geistigen Kraft erfüllt. Dies ist an einem einfachen Beispiel leicht nachvollziehbar. Wenn man sich gefühlsmässig der Gedankenfolge "Ich kann es, ich werde es schaffen" öffnet und anschliessend die Umkehrung auf sich wirken lässt "Ich kann es nicht, ich werde es nicht schaffen", so wird für jeden, der einen einigermassen entwickelten Gefühlssinn besitzt, eine unterschiedliche Ausstrahlung bemerkbar machen. Oder stellen Sie sich mit geschlossenen Augen vor, wie Sie in eine saftige Zitrone hinein beissen. Beobachten Sie dann, was passiert. Versuche haben beispielsweise gezeigt, dass die Magendrüsen bereits Verdauungssäfte beginnen abzusondern, wen man sich seine Lieblingsspeise schön zubereitet vorstellt. Viele Menschen denken gewohnheitsmässig negativ, ohne dass ihnen klar ist, wie sie sich dadurch schaden. Es ist schon lange bestätigt, dass negative Gedanken und Gefühle sich schädigend auf das Immunsystem auswirken. Byron Katie: "Gedanken sind harmlos, es sei denn, wir glauben sie." Gedanken können sogar Veränderungen bei anderen Menschen bewirkenDer japanische Wissenschafler Dr. H. Motoyama untersuchte in aufwendigen Experimenten über mehrere Jahre den direkten Einfluss des Geistes auf den Körper anderer Menschen. Er brachte zwei Personen in getrennte Räume, eine fungierte als Empfänger, die andere als Sender. Dabei wurde der Raum des Empfängers durch einen Faradayschen Käfig (geschlossenes Metallgitter) gegen elektromagnetische Strahlungen abgeschirmt. Während der Experimente wurden die wichtigsten Körperfunktionen des Empfängers und z.T. auch des Senders kontrolliert. Dabei wurden die Atmung, die Herztätigkeit, die Kreislauffunktionen, das Verhalten des autonomen Nervensystems beobachtet und die Hirnströme aufgenommen. Als Versuchspersonen wählte Motoyama zum Teil geistig geschulte Menschen aus, aber auch ungeschulte Personen, wie Studenten. Der Sender erhielt durch Motoyama ein Signal, woraufhin er sich auf die in dem anderen Raum befindliche Person zu konzentrieren und ihr "geistige Kraft" zuzusenden hatte. Sobald begabte Sender sich auf den Empfänger konzentrierten, traten im allgemeinen signifikante, manchmal sogar sehr starke Veränderungen in den Messwerten der körperlichen Funktionen des Empfängers auf, so zum Beispiel im Atemrhythmus, der erst wieder normal wurde, als der Sender seine Konzentration beendet hatte. Ferner wurde eine Erregung des vegetativen Nervensystems des Empfängers festgestellt, die zwanzig bis dreissig Sekunden nach der Konzentration des Senders abklang. Um die Bedeutung noch zu verdeutlichen, soll der Versuch an der medizinischen Fakultät der Universität Kalifornien in Los Angeles aufgezeigt werden. Der dortige Versuchsleiter Dr. Lorenz Chapman setzte einige Versuchspersonen in einen Raum, und ohne deren Wissen befand sich in einem anderen Raum der bekannte englische Heiler Mathew Manning. Dieser berichtete: "Ich stellte mir vor, wie ich in den anderen Raum zu den Versuchspersonen gehe, ihnen die Hand auf die Schulter lege und ihnen einzureden versuche, sie müssten sich rasch retten, weil das Gebäude brenne. Nach etwas 15 Sekunden schon zeigten die Messgeräte Reaktionen der Leute. Hinterher bestätigten sie, sie hätten plötzlich eine alarmierende Hitze empfunden." Die Gedankenkraft, die in dem beschriebenen Experiment diese Reaktion auslösen konnte, kann sich aber auch über grössere Distanzen und auf andere Lebensformen wie Pflanzen auswirken. Alle Lebewesen sind auf irgendeine Weise miteinander verbunden, wir atmen alle die gleiche Luft. Unsere Gedanken beeinflussen alle Lebewesen, sowohl uns selbst als auch andere. Es ist also wichtig, welche Gedanken man aufnimmt und welche man aussendet. Wenn in jedem Gedanken eine grosse Kraft innewohnt, wie stark wirkt dann erst das gesprochene Wort. Was für eine aufbauende, kraftvolle und wohltuende Wirkung hat beispielsweise ein Wort des Trostes oder ein Kompliment. Ein Mensch, der viel des Guten ausstrahlt, durch den man sich angenommen und verstanden fühlt, wird in seinen Partnern wieder gute Gedanken wecken, die auf ihn zurückwirken und die Kraft zum Guten in ihm wachsen lassen. In gleicher Weise wird ein Mensch, der seinen Mitmenschen nur negative Gedanken, Worte und Taten entgegenbringt, in diesen Ähnliches wecken, das dann auf ihn zurückwirkt. Die Verwirklichung von GedankenJeder Gedanke, den der Mensch in sich aufnimmt, wirkt sich nach der ihm innewohnenden geistigen Kraft auf alle seine Lebensumstände aus. Die Gedanken sind die geistigen Samen, die sich verwirklichen. Denn alles was wir sehen, ist verwirklichter Gedanke: Stuhl, Tisch, Autos, Apparate etc. Was zuerst nur unsichtbar, als Idee, im Geiste existierte, wird, beharrlich bejaht, schliesslich greifbare Wirklichkeit und beweist durch sein Dasein die Realisationskraft der Gedanken. Wenn wir auf das Wesentliche eines Tisches blicken, sehen wir nicht seine äussere Gestalt, sondern die ihm zugrunde liegende Idee, die aus unsichtbarer Innenwirklichkeit zu sichtbarer Sinnenwirklichkeit wurde. Wie wir hier den Entstehungsvorgang gewissermassen zurückverfolgen von der realen Materialisation zurück zur unstofflichen Idee, so werden wir uns über den Verwirklichungsprozess im klaren sein. Wenn wir also um die Macht der Verwirklichungskraft der Gedanken wissen, werden wir uns schon aus Gründen der Selbsterhaltung, der Lebensklugheit und der Gesundheit angewöhnen, stets richtig zu denken. Alles, was von Menschenhand geschaffen ist, liegt auf dem geistigen Weg. Einst existierte es ja gar nicht. Der Mensch hatte nur einen Gedanken aufgenommen. Was wir bis heute vorwiegend dachten, das hat sich in in unserem Beruf und Besitz, in unserer Familie, in den Umständen unseres Lebens sichtbar realisiert. Wenn wir irgend etwas ändern möchten, müssen wir folglich zuerst in unseren Gedanken damit beginnen. Im Talmud heisst es: "Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal." Bedingungslose Liebe (Autor unbekannt) "Ich liebe dich, wie du bist, während du auf der Suche bist nach deiner eigenen besonderen Art, mit der Welt um dich herum in Beziehung zu treten. Ich ehre deine Entscheidungen, auf welche Weise du deine Lektionen lernen möchtest. Ich weiss, dass es wichtig ist, dass du genau der Mensch bist, der du sein möchtest, und nicht der, den ich oder andere erwarten. Es ist mir klar, dass ich nicht weiss, was für dich das Beste ist, obwohl ich vielleicht manchmal meine, es zu wissen. Ich war nicht dort, wo du warst. und habe das Leben nicht aus deinem Blickwinkel gesehen: Ich weiss nicht, welche Lernaufgabe du dir ausgesucht hast, noch wie oder mit wem du sie lösen möchtest, noch welche Zeitspanne du dir dafür vorgenommen hast. Ich habe nicht aus deinen Augen geblickt, wie könnte ich also wissen, was du benötigst. Ich lasse dich durch die Welt gehen, ohne deine Handlungen in Gedanken oder Worten zu beurteilen, die Dinge, die du sagst oder tust, betrachte ich nicht als Irrtum oder Fehler. Von meinem Punkt aus, sehe ich, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt; die verschiedenen Seiten unserer Welt zu betrachten und zu erfahren. Ich akzeptiere rückhaltlos jede deiner Entscheidungen in jedem beliebigen Augenblick. Ich fälle kein Urteil, denn wenn ich dir dein Recht auf deine Entwicklung abspräche, so würde ich damit dasselbe auch mir und allen anderen absprechen. Jenen, die einen anderen Weg wählen als ich, auf den ich vielleicht nicht meine Kraft und Energie lenken würde, werde ich doch niemals die Liebe verweigern, die Gott in mich gesenkt hat, damit ich sie der ganzen Schöpfung schenke. Wie ich dich liebe; so werde auch ich geliebt: Was ich säe, das werde ich ernten. Ich gestehe dir das universale Recht auf freie Entscheidung zu, deinen eigenen Pfad zu wandeln und voranzuschreiten oder eine Weile auszuruhen, je nach dem, was für dich gerade das Richtige ist. Ich werde kein Urteil erlauben, ob diese Schritte gross oder klein sind, leicht oder schwer, aufwärts oder abwärts führen, denn das wäre nur meine eigene Sichtweise Es könnte sein, dass ich dich tatenlos sehe und dies für wertlos halte, und doch könnte es sein, dass du grossen Balsam in die Welt bringst, wie du so dastehst, gesegnet vom Licht Gottes. Nicht immer kann ich das grössere Bild der göttlichen Ordnung sehen. Denn es ist das unveräusserbare Recht aller Lebensströme, ihre eigene Entwicklung selbst zu wählen, und ich anerkenne voll Liebe dein Recht, deine Zukunft selbst zu bestimmen. In Demut beuge ich mich der Erkenntnis, dass das, was ich für mich als das Beste empfinde, nicht auch das Richtige für dich sein muss. Ich weiss, dass du genauso geleitet wirst wie ich, und dem inneren Drang folgst, der dich deinen Pfad erkennen lässt. Ich weiss, dass die vielen Rassen, Religionen, Sitten, Nationalitäten und Glaubenssysteme in unserer Welt uns grossen Reichtum beschert und uns aus solcher Vielheit grossen Nutzen und viele Lehren ziehen lassen. Ich weiss, dass wir auf einmalige Weise lernen, wie wir Liebe und Weisheit zu dem grossen Ganzen zurückbringen können. Ich weiss, dass, wenn etwas nur auf eine Art getan werden könnte, es hierzu nur eines Menschen bedürfte. Ich will dich nicht nur dann lieben, wenn du dich so verhältst, wie es meiner Vorstellung entspricht und wenn du an die gleichen Dinge glaubst wie ich. Ich begreife, dass du in Wahrheit mein Bruder, meine Schwester bist, auch wenn du an einem anderen Ort geboren wurdest und an einen anderen Gott glaubst als ich. Die Liebe, die ich fühle, gilt der ganzen Welt Gottes. Ich weiss, dass jedes lebende Ding ein Teil Gottes ist, und tief drinnen hege ich Liebe für jeden Menschen, jedes Tier, jeden Baum und jede Blume, für jeden Vogel, jeden Fluss und jeden Ozean und für alle Geschöpfe in aller Welt. Ich verbringe mein Leben in liebendem Dienst und bin dabei, das beste Ich zu sein, dass ich sein kann, und ich verstehe die Vollkommenheit göttlicher Wahrheit immer ein bisschen mehr und werde immer glücklicher in der Heiterkeit BEDINGUNGSLOSER LIEBE."
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