Vom 27. Juli bis 1. August 2026 fand in Thonon-les-Bains (F) am Genfersee das internationale Sommerlager für Okinawa (Matayoshi) Kobudo und für Okinawa Shorin-Ryu Karate der World Oshukai Federationf (WOF). Über 150 Teilnehmende aus neun Ländern kamen zusammen, um eine intensive Woche lang Kobudo und Karate zu trainieren, Erfahrungen auszutauschen und ihr Können zu vertiefen.

Mit dabei war eine elfköpfige Kobudo-Schweizer Delegation aus der Kampfsportschule Aarau unter der Leitung von Michael Waldmeier und der Budo Schule Haru Chur mit dem Schweizer Kobudo-WOF-Landesleiter Franco Arnold. Die Schweizer Gruppe widmete sich während des Sommerlagers dem Kobudo.
Geleitet wurde das Seminar von Sensei Maurice Roggero und Sensei Aleksander Staniszew, beide langjährige Schüler des verstorbenen Gründers der World Oshukai Federation, Hanshi Kenyu Chinen aus Okinawa (Japan). Unterstützt wurden sie von weiteren erfahrenen Oshukai-Instruktoren, darunter Alphonse Francine, Théodore Lê und Jerzy Chrzanowski.
Intensives Training mit den okinawischen Kampfsport-Waffen

Das tägliche Training fand in verschiedenen Stufengruppen in herzlicher Atmosphäre statt. Techniken wurden verfeinert, ihre Anwendungen mit dem Partner erarbeitet und intensiv geübt – bis hin zu freieren Übungsformen mit den traditionellen okinawischen Waffen.
Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf nicht auf der Hauptwaffe Bo, sondern verschiedenen kürzeren und teilweise weniger häufig trainierten Waffen des Matayoshi Kobudo. Dazu gehörten unter anderem Sai, Tonfa, Jo, Kama, Sansetsukon, Eku (Ruder), Kue (Hacke) und Tekko.
Auch nach dem offiziellen Trainingsprogramm war für die Schweizer noch lange nicht Schluss. Am Nachmittag trafen wir sie unter den grossen Bäumen, die bei der beträchtlichen Sommerhitze willkommenen Schatten spendeten. Hier hatte das Training eher Workshop-Charakter: Gemeinsam wurde individuell trainiert und ausprobiert, wiederholt und an Details gefeilt. Michael Waldmeier und Franco Arnold brachten ihre Erfahrung ein, gleichzeitig halfen wir uns gegenseitig und lernten voneinander.
Ein besonderer Höhepunkt für unsere Delegation war die Kobudo-Schwarzgurtprüfung von Ibrahim Tageldin aus Unterentfelden, Mitglied der Kampfsportschule Aarau. Ibrahim, der auch Schwarzgurtträger im Jiu-Jitsu ist, bestand erfolgreich die Prüfung zum 1. Dan im Kobudo der WOF. Herzliche Gratulation, Ibrahim, zu diesem schönen Erfolg!
Training, Begegnungen und ein okinawisches Lied








Bei aller Trainingsintensität kam auch das gesellschaftliche Miteinander nicht zu kurz. Beim gemeinsamen Essen im Städtchen Thonon-les-Bains blieb genügend Zeit für Gespräche, Begegnungen und gemütliches Zusammensein.
Ein fester Bestandteil des Sommerlagers ist der traditionelle Sayonara-Abend am Freitag. Bei einem gemeinsamen Picknick kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den verschiedenen Ländern noch einmal zusammen. Es wurde gegessen, erzählt und gelacht – und sogar gemeinsam ein okinawisches Lied über Karate gesungen.
Eine besondere Erinnerung an diese Woche ist auch eine wunderschön gestaltete Broschüre über Kobudo- und Karate-Grossmeiser Kenyu Chinen (1944–2024). Sie würdigt sein Lebenswerk und seine vielseitigen Talente und erinnert an den Menschen, der die Entwicklung und internationale Verbreitung von Kobudo und Karate innerhalb des Oshukai über viele Jahrzehnte geprägt hat.
Am Samstagmittag ging eine intensive und erlebnisreiche Woche schliesslich zu Ende. Zum Abschluss überreichten die Lehrgangsleiter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern persönlich ihre Teilnahme-Diplome.
Ein grosses Dankeschön
Ein internationales Sommerlager dieser Grösse auf die Beine zu stellen, ist eine organisatorische Höchstleistung. Unser herzlicher Dank geht deshalb an das gesamte Team von Oshukai Thonon-les-Bains, das mit grossem Einsatz dafür sorgte, dass während der ganzen Woche alles reibungslos funktionierte und wir uns rundum willkommen fühlen durften.
Ebenso danken wir Sensei Maurice Roggero und Sensei Aleksander Staniszew Sensei für die Leitung des Seminars sowie den Senseis Alphonse Francine, Théodore Lê, Jerzy Chrzanowski und allen weiteren Lehrerinnen, Lehrern und Trainingspartnern, die ihr Wissen und ihre Erfahrung mit uns geteilt haben.
Wir nehmen viel neuen Trainingsstoff, schöne Begegnungen und jede Menge Motivation mit nach Hause. Das gemeinsame Üben und der internationale Austausch haben einmal mehr gezeigt, was diese Kampfkunst ausmacht: miteinander trainieren, voneinander lernen und gemeinsam auf dem Weg bleiben.
Wir freuen uns schon jetzt auf das internationale Sommerlager 2027 in Thonon-les-Bains! 🥋


